2008/08/31

Back to life!

Es gab mal wieder eine längere Pause seit dem letzten Eintrag, aber da mein Vater mich mal darauf hingewiesen hat, dass er gern was lesen würde, seh ich mich jetzt mal gezwungen wirklich was zu schreiben.

Wann war der letzte Post? September oder so im Jahre 2007. Ja, die Zeit vergeht.

Viel ist in der Zwischenzeit passiert. Seit dem letzten Post habe ich gerade mal 3 Monate in Schweden verbracht. Die restliche Zeit wurde mir mit Arbeitsaufenthalten in den Vereinigten Staaten (am Lawrence Livermore National Lab) und in Hamburg (am DESY) versüsst.

Für die 3 Monate hat es sich total gelohnt, meine Wohnung hier in Uppsala neu einzurichten (IRONIE).

Der Aufenthalt in den Staaten war sehr lehrreich....von dem tollen Wetter die meiste Zeit über brauchen wir gar nicht reden!

Mein Arbeitsfeld hat sich ein wenig ausgerichtet und es deutet sich so langsam eine grobe Linie für meine Doktorarbeit an. Von "ich weiss nicht so wirklich, was ich eigentlich hier tu" gab es eine Entwicklung zu "hmm, das ist aber interessant!". Mein Spezialgebiet momentan und wohl auch in der Zukunft ist es, Verfahren zur effektiven Teilchen-Injektion zu entwickeln.

Das Hauptprojekt in meiner Gruppe, ist die Abbildung von der Struktur biologischer Proben. Angefangen bei Mikrometer grossen Zellen bis zu Nanometer kleinen Protein-Strukturen. Noch sind wir nicht soweit, dass dieses Verfahren komplett funktionieren würde. Die maschinellen Voraussetzungen sind einfach noch nicht erreicht, aber der Weg dahin öffnet sich langsam. Eines der Probleme, mit dem wir zu kämpfen haben, ist z.B. die effektive Injektion von diesen Proben in unsere Vakuum-Kammer, wo wir sie -zwecks Abbildung- mit einem Free-Electron-Laser beschiessen.

Das Problem hier ist, dass man versuchen muss, einen Strahl von Teilchen (etwa 250um im Durchmesser) mit einem Laserstrahl zu überlappen, der ungefähr 20um breit ist. Bei einer Kammer, die ungefähr 1 1/2 Meter Breit ist, kann man lange in der Gegend rumschiessen, bis man tatsächlich was trifft. Und hier fängt unsere Arbeit an. Injektionsmechanismen, die es uns ermöglichen, die Teilchen tatsächlich in die eigentliche Interaktions-Region zu schiessen, kann man leider nicht im Laden kaufen.

Aus diesem Grund hab ich mich die letzten Monate vertiefend mit diversen Injektions-Mechanismen beschäftigt. Von Aerosol-Generatoren bis zu Aerodynamischen Linsen....alles stand auf dem Programm. Dieses Wissen wurde dann auch gleich während unseres Experiments am DESY in Hamburg in die Tat umgesetzt. 3 1/2 Wochen lang wurden zahlreiche Teilchen von mir und meinen Kollegen in die Vakuum-Kammer befördert, wo sie dann von dem Laserstrahl in Kleinstteilchen zerschossen wurden.

Die Arbeit hört da allerdings nicht auf, denn die Daten, die wir auf diesem Wege bekommen, müssen ja auch analysiert werden. Daher verbring ich meine Zeit in Uppsala momentan damit, Daten zu bearbeiten und mich auf die nächste Experimentierrunde im Oktober in Hamburg vorzubereiten. Zwei Trips in die USA stehen auch noch an.

Alles in allem, eine recht stressige Zeit, die da auf mich zukommt. Hoffen wir mal, dass ich trotzdem Zeit finde, mich ab und an auf meinem Blog zu verewigen.

2007/10/11

Things happen!

Wieder mal lässt das Update auf sich warten, aber ich war doch recht beschäftigt in den letzten Monaten...oder busy, wie der Englisch-sprechende Weltmensch so sagt. Very busy!

Ja, viel ist passiert in der letzten Zeit. Fangen wir mal an, das Zeitloch chronologisch seit dem letzten Eintrag zu stopfen.

Also, Master of Science bin ich ja jetzt schon, wie mittlerweile fast jeder weiß. Mit meinem Doktor hab ich auch endlich angefangen und zwar hier in Uppsala an der Uppsala Universitet. Ich besitze mittlerweile sogar -ganz stilvoll- den Unipullover in schickem Grau mit dem Uni-Emblem und dem Uni-Namen auf der Front-Seite. Die erste Konferenz in Lund ist schon gewesen, genauso wie die zweite Konferenz im schönen Kalifornien am SLAC. Eifrige Leser dieses Blogs wissen, dass ich letztes Jahr für ein halbes Jahr am SLAC gearbeitet hab, daher war der erneute Besuch dort doch recht schön. Eine Woche Urlaub wurde auch gleich drangehängt und es ging zum Klettern in den Joshua Tree Nationalpark.

Seit Mitte Juli (also nach allen Konferenzen) bin ich also fest in Uppsala, hab hier meine tolle 40qm große Wohnung im Süden der Stadt und genug Geld (ENDLICH!), um es mir einigermaßen gutgehen zu lassen. Außerdem macht mein Job mir Spaß, was der ganzen Situation ja auch zukommt.

Nachdem Juli und August etwas langweilig waren, da Schweden mehr oder minder zu dieser Zeit geschlossen ist, wurde es erst September richtig interessant. Die Sommermonate in Schweden sind wirklich National-Urlaubs-Zeit. Mails an Firmen bleiben meist unbeantwortet...wenn man ganz viel Glück hat, kriegt man eventuell ne Abwesenheits-Notiz, mit der Bitte, sich doch Ende August nochmal zu melden. Selbst einige Hotels in Uppsala sind geschlossen, weil ja Sommerferien sind. Wie eine Wirtschaft so überleben kann, ist mir wirklich ein Rätsel, aber ok!

Meine Wohnung wurde mittlerweile von den fähigen Händen meiner Schwester eingerichtet und ich fühl mich sogar wohl hier drin. Fotos auf Anfrage :D Besucher konnte ich auch schon hier empfangen...manche vor der Einrichtung, manche nach der Einrichtung.
Ich habe mittlerweile ein Projekt, an dem ich arbeite. Wir falten DNA in kleine Dreiecke und versuchen dann mit dem Raster-Kraft-Mikroskop Bilder davon zu machen. Es sollte im Endeffekt ungefähr so aussehen:


Was aber noch nicht so ganz klappen will. Nun ja, wir haben ja Zeit. Daran arbeite ich also momentan zusammen mit paar Kollegen. Mal schaun, wann wir da mal glaubwürdige Resultate erzielen können.

Was ist sonst noch so passiert? Ich habe vor kurzem mein Auto nach Deutschland gefahren, da ich ab Ende Oktober für drei Monate in den Staaten arbeiten werde. Wieder in Kalifornien, aber nicht am SLAC, sondern am Lawrence Livermore National Laboratory. Da ich mein Autolein nicht unbeaufsichtigt in der Kälte stehen lassen will, überlass ich es also großzügig meinem Bruder, der absolutes Aufkleber-Drankpicken-Verbot bekommen hat und es hoffentlich gut behandelt.

Das Zurückfahren fand letzte Woche statt. Um vier Uhr morgens in Uppsala los, Stopf für 7 Stunden in Landskrona, wo ein Workshop für die Südpol-Exkursion meines Chefs stattfand, und abends dann noch weiter über Dänemark nach Deutschland bis zu meiner Schwester. Herrlich, 24 Stunden ohne Schlaf, aber auch ohne Unfall. Was will man mehr?

Auto steht jetzt daheim, ich bin wieder zurück nach Uppsala geflogen und hab mir prompt eine Erkältung geholt, die mich jetzt seit Mittwoch ans Bett fesselt. ich verbringe die Zeit momentan damit, meinen Computer Speicher auf meine externe, tolle 500 Gb Festplatte zu entleeren, Fernseh-Serien wie Eureka und Heroes zu gucken, meinen neuen iPod Nano mit Musik zu füllen und heißen Tee aus meiner neuen P-Chan Tasse zu trinken:


Den Zucker bekomm ich aus meinem neuen Designer-Zuckerstreuer, liebevoll auch das "Loch mit zwei Beinen" genannt. Ute hat das selbe Dingens in blau, ich hab es in rot gefunden und gleich gekauft. Schön oder?


Jetzt hat jede von uns ein eigenes Loch mit zwei Beinen. Find ich toll!

Mehr Infos gibts, sobald ich wieder erholt aus dem Bett gekrochen bin. Dann gibts ein Update zu meinem Arbeitsalltag und meinem Leben in Uppsala und bald wieder von der Bay-Area in Kalifornien.

2007/07/10

Master of Science

Ja, auch ich habe endlich meinen Abschluß. Ihr dürft mich jetzt alle Master of Science nennen. Und das ist nur die Kurzform. Der komplette Titel lautet: Master of Science with Specialization in Quantum Mechanics. Aber da das viel zu lang ist für eine Begrüßung oder Anrede, gebe ich mich auch mit dem kurzen Titel zufrieden. Alternativ dürft ihr mich auch Bianca M.Sc. nennen. Klappt auch ganz gut!

Mein Zeugnis wurde mir recht unspektakulär per Post zugeschickt. Dafür aber auf schönem Papier gedruckt und vom Rektor der KTH unterschrieben. Toll!

Auf diesem Zeugnis stehen die Kurse, die ich absolviert habe, inkl. der Titel meiner Master Arbeit. Und dieser Titel lautet: Development of the PoGOLite Star Tracker System and construction of detector units for the Polarimeter Telescope Assembly. Soviel dazu! Wahrscheinlich krieg ich auch bald den Preis für den längsten Titel in einer Master Arbeit in der Teilchenphysik an der KTH. Ich glaube nämlich, dass ich meinen Kollegen -was die Länge betrifft- geschlagen habe.

Nun können wir alle gemeinsam darauf warten, dass ich meinen nächsten Titel einkassiere. Das wird allerdings erst in 4 bis 5 Jahren passieren und dann dürft ihr mich hoffentlich Frau Doktor Bianca oder Bianca Ph.D. nennen. Wir werden sehen!

2007/06/13

Lund

Die letzten drei Tage verbrachte ich in Lund, im Süden von Schweden. Ist ja fast schon Dänemark und so reden die Leute dort auch. Schönster Skåne Dialekt, den man kaum versteht, wenn man sich seine jämmerlichen Sprachkenntnisse in Stockholm angeeignet hat.

Warum war ich in Lund? Tja...es gab eine Konferenz. Eine Art Workshop zum Thema "Emerging Sources" Alles, was man schon immer über Laser und deren Anwendung wissen wollte oder auch nicht. Ein Kollege und ich vertragen dabei unsere Gruppe aus Uppsala. Nun gut...eher er als ich, da ich von dem ganzen Zeugs noch nicht wirklich eine großartige Ahnung habe. Aber das kommt noch!

Auf alle Fälle haben wir drei Tage lang mit Leuten aus aller Welt konferiert. Es gab Kaffee und Wasser und Kekse usw umsonst...und manchmal sogar Bier. DAS hat absoluten Seltenheitswert hier. Bier mit mehr als 2 Prozent Alkohol und dann noch ohne was dafür zu zahlen...der Wahnsinn. Ok, es war Norrlands Guld, aber wer beschwert sich schon bei 5.3 Prozent und den Alk-Preisen in Schweden.

Das Hightlight war dann aber doch definitiv das Dinner am Dienstag abend. Lecker Buffet, roten oder weißen Wein for free und dazu noch nette Schwedische Musik. Was will man mehr. Die Lokalität war auch nicht ohne (Die Pillar Hall in Lund) und mit einigen netten, anderen PhD Studenten aus Lund und wo auch immer, trinkt es sich doch ganz gemütlich. Wir haben also mehrere Flaschen Wein geleert, haben uns dann noch die halbvollen Flaschen von den anderen Tischen geklaut und hatten generell unseren Spaß. Als dann um 10 Abends -wie in Schweden Sitte- die Lichter ausgingen und man mehr oder weniger höflich darauf hingewiesen wurde, dass man jetzt Schluß machen sollte, gings noch in eine der unzähligen Kneipen in Uppsala. Ein weiteres Bier ergänzte diese Weinladung, wenn auch um Klassen teurer als der Wein, der ja umsonst war.

Der letzte Tag war auch noch nett....zwei sehr interessante Vorträge. Einmal über das DESY in Hamburg, in dem wir immer unsere Experimente durchführen und einen von meinem Kollegen über unser Projekt...auch mehr als interessant für mich!

Dann gings endlich totmüde wieder mit dem Zug nach Stockholm. Meine beiden französischen Mitbewohner haben noch ein herrliches Abendessen gezaubert, was wirklich lecker war und nun sitze ich auf meinem Bett in meinem kahlen, leergeräumten Stockholm-Zimmer und update meinen Blog. Morgen gehts dann nach Uppsala und dann wird die neue Wohnung eingeräumt.

in dem Sinne....gute Nacht!

Im Zeitloch!!!

Lang, lang ist's her, seitdem hier wieder was reingeschrieben wurde. Aber ich habe eine gute Entschuldigung. Ich war die letzten Monate damit beschäftigt, mich in die Abgründe des Master-Arbeits-Schreiben zu bewegen. Dies habe ich nun erfolgreich beendet, was dazu führt, dass mich Freunde, Familie und sowieso jeder andere auch mit dem netten Titel "Master of Science!" anreden darf. Ich dürfte sogar Visitenkarten mit meinem offiziellen Titel haben, aber da wohl nicht so viele Leute etwas mit der Endung "M.Sc." anfangen können, werde ich wohl doch darauf verzichten und erst wieder darüber nachdenken, wenn ein schöner "Doktor" meinen Namen ziert.

Wie gesagt, war ich also damit beschäftigt, diese Arbeit zu vervollständigen, welche auf den schönen Namen: "Development of the PoGOLite Star Tracker System and construction of detector units for the Polarimeter Telescope Assembly" hört. Packt so einen Titel mal auf die erste Seite einer Powerpoint Präsentation. Fast nicht möglich!

Ich habe also diese Arbeit geschrieben, korrigieren lassen, verbessert, eingereicht, ausgedruckt und im Haus verteilt und letztendlich sogar eine kleine Präsentation darüber gehalten, mit der ich dann praktisch mein Studium beendet habe. So gleich ohne großartige Pause gings dann in Uppsala weiter, wo ich ja mit meinem Doktor beschäftigt sein werde.

Die ersten Wochen waren recht unspektakulär, da ich momentan nur damit beschäftigt bin, mich in ein Maschinen-Design Programm einzulernen. Um dies zu tun, designe ich eine der Vakuum-Kammern nach, die bereits gebaut worden und im Experiment erfolgreich getestet worden sind. Das läuft auch ganz gut. In der nächsten Zeit werden dann noch LabView Kenntnisse angeeignet und das Programmieren mit C sollte ich auch noch lernen! Mal schaun, wie das so funktionieren wird.

Da ich also halb in Uppsala wohne, meine Freunde aber noch hier in Stockholm, wird momentan gependelt und die Abende mit lustigem Feiern und Alkohol-Vernichten verbracht. Wo auch sonst, kann man dies so kostengünstig betreiben wie in Schweden ;) Nichtsdestotrotz gibts momentan ein Korridor-Dinner nach dem anderen und Parties gibts auch zur Genüge. Beschweren kann ich mich grad gar nicht.